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Lüftungsrechner — Bringt Lüften jetzt etwas?

Berechnen Sie, ob Stoßlüften aktuell die Raumluftfeuchte senkt — oder ob Sie sich damit mehr Feuchtigkeit in die Wohnung holen. Kostenlos, sofort, physikalisch korrekt.

Ein Lüftungsrechner berechnet anhand der Innen- und Außentemperatur sowie der jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeit, ob Stoßlüften aktuell die Raumluftfeuchte senkt oder erhöht. Entscheidend ist die absolute Feuchte (Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft): Nur wenn die Außenluft weniger absolute Feuchte enthält als die Raumluft, transportiert Lüften Feuchtigkeit nach draußen. Die Berechnung basiert auf der Magnus-Formel (Sättigungsdampfdruck nach Alduchov & Eskridge, 1996) und wird in der Bauphysik und Klimatechnik als Standardverfahren eingesetzt.

Lüften — ja oder nein?

Typisch: 18–23 °C
21,0 °C
Messbar mit Hygrometer (optimal: 40–60 %)
65 %
Aktuelle Temperatur draußen
5,0 °C
Wetter-App oder Wetterstation (bei Regen: 85–95 %)
80 %

Absolute Feuchte innen
(g/m³)
Absolute Feuchte außen
(g/m³)

Warum die relative Luftfeuchtigkeit beim Lüften in die Irre führt

Ein häufiger Irrtum: „Draußen sind 90 % Luftfeuchtigkeit — Lüften bringt nichts." Das ist in den meisten Fällen falsch. Der Grund: Die relative Luftfeuchtigkeit sagt nur aus, wie viel Prozent der maximal möglichen Wassermenge die Luft gerade enthält — und dieses Maximum hängt stark von der Temperatur ab. Warme Luft kann deutlich mehr Wasser halten als kalte.

Entscheidend für die Frage „Bringt Lüften etwas?" ist die absolute Feuchte — also die tatsächliche Wassermenge in Gramm pro Kubikmeter Luft. Nur wenn die absolute Feuchte draußen niedriger ist als drinnen, transportiert Lüften Feuchtigkeit nach draußen.

Rechenbeispiel: Lüften bei Regen

Draußen: 5 °C, 90 % relative Feuchte → absolute Feuchte: ca. 6,1 g/m³. Drinnen: 22 °C, 60 % relative Feuchte → absolute Feuchte: ca. 11,6 g/m³. Obwohl es draußen fast gesättigt ist, enthält die kalte Außenluft nur halb so viel Wasser wie die warme Raumluft. Lüften senkt die Raumfeuchte also deutlich — trotz Regen.

Wann Lüften NICHT hilft

An schwülen Sommertagen kann es umgekehrt sein: 28 °C und 75 % draußen bedeuten ca. 20 g/m³ absolute Feuchte — mehr als in den meisten Innenräumen. Auch bei Nebel im Herbst (8 °C, 100 %) liegt die absolute Feuchte bei ca. 8,3 g/m³ — das kann knapp werden, wenn der Raum kühl und nicht sehr feucht ist.

Die Formel: Absolute Feuchte berechnen

Sättigungsdampfdruck (Magnus-Formel):
E(T) = 6,112 × e^((17,67 × T) / (T + 243,5)) [hPa]

Absolute Feuchte:
AF = (216,7 × E(T) × RH/100) / (T + 273,15) [g/m³]

T = Temperatur in °C · RH = relative Feuchte (0–1) · AF = absolute Feuchte in g/m³

Die Konstanten (a = 17,67; b = 243,5 °C) stammen aus der verbesserten Magnus-Näherung nach Alduchov & Eskridge (1996). Sie liefern im Bereich von −40 °C bis +50 °C Ergebnisse mit einer Genauigkeit von besser als ± 0,4 °C — ausreichend für alle praxisrelevanten Lüftungsentscheidungen.

Quellen und Normen

  1. Magnus-Formel — Alduchov, O.A., Eskridge, R.E. (1996): Improved Magnus Form Approximation of Saturation Vapor Pressure. Journal of Applied Meteorology, Vol. 35, S. 601–609.
  2. DIN 4108-2:2013 — Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden. Mindestanforderungen an den Wärmeschutz. Definiert Taupunkt-Grenzwerte und Kondensationsbedingungen.
  3. UBA-Leitfaden — Umweltbundesamt (2017): Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden. Empfiehlt Stoßlüften als Maßnahme bei nutzungsbedingter Feuchtebelastung.
  4. VDI 6022 — Hygieneanforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte. Definiert Behaglichkeitsbereiche (40–60 % rF bei 20–22 °C).

Wenn Sie nach dem Lüften weiterhin Probleme mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Schimmel haben, liegt möglicherweise ein baulicher Mangel vor. Mit dem Taupunktrechner prüfen Sie, ob Ihre Wand schimmelgefährdet ist. Für eine vollständige Ursachenanalyse gibt es die SchimmelCheck Einzelanalyse. Mehr zum Zusammenhang zwischen Taupunkt, Luftfeuchtigkeit und Schimmel lesen Sie im Blog-Artikel.

Häufige Fragen

Fragen zum Lüften und Luftfeuchtigkeit

Wann bringt Lüften etwas gegen Schimmel?

Wenn die absolute Feuchte draußen niedriger ist als drinnen. Das ist im Winter fast immer der Fall, im Sommer bei Schwüle manchmal nicht. Dieser Rechner zeigt Ihnen das sofort.

Sollte man bei Regen lüften?

Meistens ja. Kalte Regenluft (z. B. 5 °C, 95 %) enthält weniger absolute Feuchte als warme Raumluft (22 °C, 60 %). Der Rechner oben berechnet das für Ihre konkreten Werte.

Wie lange sollte man Stoßlüften?

Bei Durchzug (gegenüberliegende Fenster offen): 5–10 Minuten reichen für einen kompletten Luftaustausch. Im Winter kürzer (5 Min), im Sommer länger (10–15 Min). Gekippte Fenster sind deutlich weniger effektiv.

Wie oft am Tag sollte man Lüften?

3–4 Mal täglich Stoßlüften ist die Empfehlung. Nach dem Kochen, Duschen und Schlafen immer sofort lüften — das sind die Zeiten mit der höchsten Feuchteproduktion.

Was tun, wenn Lüften nicht reicht?

Wenn trotz regelmäßigem Lüften Schimmel entsteht, liegt möglicherweise ein baulicher Mangel vor (Wärmebrücke, fehlende Dämmung). Die SchimmelCheck Einzelanalyse klärt das für 24,90 €.

Schimmel trotz Lüften?

Dann liegt die Ursache möglicherweise nicht am Lüftungsverhalten. SchimmelCheck Pro klärt das.

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